Montag, 6. Februar 2017

Ein Spleen ist nicht gleich ein Spleen oder wie man aneinander vorbeireden kann

Es ist schon erstaunlich wie man in der gleichen Sprache sprechend aneinander vorbei reden kann. Erst recht, wenn die gesprochene Sprache nicht die eigene Muttersprache ist.


Bislang habe ich gedacht, dass aus dem Latein bzw. griechischen abgeleitete Fremdwörter  oder auch Fachausdrücke, zumindest im europäischen Sprachraum so etwas wie den Hauch einer "Universalität" hätten. Doch weit gefehlt! 

Das zeigte sich gestern bei dem kleinen Wörtchen "Spleen". Denn als ich meinte, es würde mich freuen, dass eine andere Person auch so einen Spleen hätte und ich somit damit nicht alleine stünde, da.... ja da schaute mich mein aus Frankreich stammender Mann recht entgeistert an. Nicht dass es etwas ungewohntes wäre, dass er so schaut... aber diesmal bat er mich um die Deffinition des Wortes "Spleen", schüttelte danach ungläubig den Kopf und griff nach dem Duden...und später nach dem Dictionnaire... und was kam dabei heraus?

Zwar wird Spleen in beiden Sprachen gleich geschrieben aber in Frankreich beschreibt es einen Geistes- bzw. Gemütszustand, nämlich den der Melancholie. In Deutschland hingegen beschreibt dieses Wort zwar auch eine durch Erkrankung der Milz (!) hervorgerufene Gemütsverstimmung aber eben auch eine Schrulle, Marotte oder  Überspanntheit im Sinne einer Angewohnheit.

Heute habe ich dann im pons Onlinewörterbuch nachgeschaut was dieses Wort denn in auf polnisch bedeutet... Nun, auf polnisch wird es immerhin etwas andersgeschrieben, nämlich "splin". Es beschreibt dort schlechte Laune, Niedergeschlagenheit oder Trübsinn.... was man durchaus mit der französischen Wortbedeutung im Sinne von Melancholie gleichsetzen kann.

Ich weiß nicht wie es Euch geht aber ich liebe diese kleinen Feinheiten der Sprache.

Alles Liebe 




Chaotic Master of Disaster
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